Pressburg Bratislava

Spricht man deutsch?

Zu unserer Vereinsarbeit gehört auch eine regelmäßige Berichterstattung in unserer Monatszeitschrift Karpatenblatt. Ein eifriger Leser dürfte aus diesen Berichten schon herausgelesen haben, wie uns das Generationsproblem beunruhigt. Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Basis unserer Mitgliedschaft überaltert ist. Im Jahr 1990 haben wir unseren Verein mit einem Durchschnittsalter von 60 bis 65 Jahren gegründet und es ist leicht nachzuzählen, in welchem Alter wir uns nunmehr befinden. Die große Begeisterung und Erleichterung nach der „Samtenen Revolution“ und auch die darauf folgenden Jahre brachten ein enormes Zusammengehörigkeitsgefühl aller Mitglieder des Karpatendeutschen Vereins in der ganzen Slowakei mit sich. Unser erster Karpatendeutscher Tag im Jahr 1992 war die erste grenzüberschreitende Veranstaltung überhaupt mit mehr als tausend Teilnehmern aus allen Regionen des KDVs und vielen Besuchern aus dem In- und Ausland. Es ist zu bedauern, dass in diesen Festlichkeiten nicht fortgeschritten wurde. Danach haben wir unser Augenmerk mehr auf Pressburg gerichtet und als Fortsetzung unsere Pressburger Treffen alljährlich im Herbst veranstaltet.
Zusammenarbeit mit der jungen Generation
In alle Tätigkeiten haben wir auch die Kinder mit eingeschlossen. Wir hatten eine gute Kinder-Singgruppe, die sich auch an allen Kulturnachmittagen beteiligte. Es gab im Sommer regelmäßig Singwochen in der Hohen Tatra für die Singenden Omas sowie Kinder und Lehrerinnen der mit uns zusammenarbeitenden Grundschulen. Wie oft erfreute uns eine Begegnungsstätte voll lachender herumtollender Kinder, nicht zu vergessen die vielen Wettbewerbe im Vortrag von Poesie und Prosa. Da soll noch jemand kommen und sagen, dass wir zu wenig getan haben. Unsere fast dreißig Jahre dauernde Tätigkeit im Dienste der Karpatendeutschen brachte uns viele freudvollen Tage, ein herrliches Gemeinschaftsgefühl. Bei dieser oft anstrengenden Tätigkeit haben wir niemals daran gedacht, dass einmal der Tag kommen könnte, an dem unsere Kräfte nachlassen. Aber nun ist es wie bei einer Schlacht – aus den Reihen der Soldaten fällt einer nach dem anderen aus… in unserem Falle wegen Krankheit, Tod, Altersbeschwerden. Wir haben gehofft, dass wir auf unserer Jahresversammlung 2018 endlich eine Lösung finden, dieses Dilemma des Generationenwechsels zu bewältigen. Ein sorgfältiges Programm wurde vorbereitet. Unser Landesvorsitzender, Herr Dr. Ondrej Pöss sagte, trotz seines ziemlich vollen Arbeitsprogramms seine Hilfe und Teilnahme zu, unser Regionsvorsitzender Prof. Otto Sobek hat seinen Bericht vorbereitet, unsere junge Freundin, Dr. Martina Posch haben wir gebeten, die Moderation und Diskussion zu leiten, Kinder der Grundschule Hlboká wurden eingeladen, uns mit einem kurzen Programm zu erfreuen. Alles paletti! Aber einige Tage vorher: leider lauter Absagen. Die Kinder waren anderweit beschäftigt, keine Musik, unsere liebe Moderatorin musste dienstlich verreisen. Die Einladungen waren verschickt. Da konnten unsere Augen nur himmelwärts blicken. Aber wie es so schön heißt: Der Pressburger geht nicht unter (in diesem Falle gibt nicht nach!)
Pressburg/Bratislava

Auch KDV-Vorsitzender Ondrej Pöss besuchte uns.

Diskussion über den Vorstand
Der 24. Mai 2018, 16.30 Uhr: Zur Einleitung singen unsere Singenden Omas ihr traditionelles Lied „Kein schöner Land“. Dann darf ich den mäßig besetzten Saal von nur etwa 60 Personen begrüßen. Es sind wirklich die „Eisernen“ gekommen. Unser Regionsvorsitzender hielt eine kurze Begrüßung und Bericht. Dann wurden unsere treuesten Mitarbeiter „die letzten Mohikaner“ mit Urkunden bedacht. Der Jahres- und Rechnungsbericht wurde, sowie auch die Planung der Veranstaltungen für dieses Jahr, wieder mir überlassen. Ein vorgesehener Lichtbildervortrag fiel aus und dem freundlichen Grußwort unseres Landesvorsitzenden Herrn Dr. Pöss folgte die Aufforderung zur Diskussion. Das Thema ist bekannt und wir erwarteten Vorschläge und Anregungen zu einer Neuwahl des gesamten Vorstandes. Die Diskussion nahm einen recht flauen Verlauf und ähnelte eher einem langen Wortgefecht, das zu keinem konkreten Endergebnis führte. Nach dem Vorschlag unseres Landesvorsitzenden, Herrn Dr. Ondrej Pöss wurde beschlossen, den bisherigen Vorstand bis Jahresende noch in seiner Arbeit zu belassen, aber mit Jahresbeginn muss dann unbedingt ein neuer Vorstand gewählt werden. Das ist zwar wie in einem Schachspiel eine Patt-Lösung aber einige Mitglieder haben uns auch ihre Hilfe zugesagt und wir hoffen, dass sich eine gute Lösung dieses Problems findet. Zur Auflockerung der Stimmung meldeten sich dann unsere unermüdlichen, treuen Singenden Omas mit ihrem guten alten Klavierspieler Belo Paulen und sangen, so wie sie eben können, nach dem Motto „Singen macht froh und erleichtert das Herz“, ihre schönen deutschen Volkslieder. Aus diesen Klängen und besonders dem Schlusslied „Wahre Freundschaft“ konnte man eine Herzensgüte und Liebe empfinden. Auch die Omas wurden nach ihrem Vortrag mit einer Dankesurkunde geehrt. Unser lieber „Pressburger Bayer“ Andi Wagner erschien dann als Retter mit einem Berg Frankfurter Würstl, Krapfen und Limonade. Für die Mohikaner gab es auch ein Glas Wein. So konnten unsere liebsten, treuesten Mitglieder in unserem schönen Garten noch eine freundliche Plauderstunde verbringen. Ein gütiger Gott gebe noch weitere so schöne Abende mit unseren Freunden.

(st)