Studierende Theater

Lachen garantiert: Studierende bringen Wiener Kabarett auf die Bühne

Als ich den Saal im Österreichischen Kulturforum am Hodžovo námestie in Pressburg/Bratislava betrat, hörte ich überall Deutsch. Die Menschen unterhielten sich leise, einige lachten, andere suchten ihre Plätze. Das Theater war an diesem Abend auch ein Treffpunkt für die deutsche Minderheit, die in der Slowakei lebt. Kurz vor Beginn der Vorstellung wurde es still. Alle warteten gespannt.

Das Kabarett „Lachen ist simpl“ wurde von Studierenden der Comenius-Universität aufgeführt. Die Regie führte David Davor Gligorovski. Das Stück bestand aus mehreren kurzen Szenen. Obwohl die Vorstellung auf Deutsch gespielt wurde, waren die Inhalte auch für nicht deutschsprachige Zuschauer gut verständlich.

Die einzelnen Szenen handelten von Beziehungen, Ehe, Missverständnissen und menschlichen Problemen. In der Szene „Danielka“ sprach eine Frau über ihre Enttäuschung in der Liebe. In „Der Türladen“ kam es zu vielen lustigen Situationen zwischen einer Kundin und einem Verkäufer. Besonders die übertriebene Sprache, das Tempo und der Körpereinsatz sorgten für lautes Lachen im Publikum.

Auch moderne Themen hatten ihren Platz. Eine Szene beschäftigte sich mit künstlicher Intelligenz und der Vorhersage zukünftiger Verbrechen. In der letzten Szene ging es um Männlichkeit und die Suche nach der eigenen Identität. Die Themen waren ernst, wurden aber immer mit Humor und Ironie erzählt.

Die Atmosphäre im Saal war sehr angenehm. Die Zuschauer reagierten offen, lachten laut und hatten sichtbar Spaß. Für mich war dieses Theatererlebnis sehr positiv und ein schöner kultureller Abend.

Einblick in den Theaterkurs

Direkt nach der Aufführung sprach ich mit dem Schauspieler Jan Lysý über das Stück und die Arbeit im „Theaterkurs“. Das Kabarett ist Teil eines Universitätsfachs mit drei ECTS-Punkten. Studierende können sich jedes Semester zum „Theaterkurs“ anmelden. Die aktuelle Gruppe besteht aus sieben Schauspielerinnen und Schauspielern. Sie treffen sich einmal pro Woche und erarbeiten normalerweise jedes akademische Jahr ein neues Stück.

In diesem Jahr war jedoch alles etwas anders. „Wir haben das Stück in nur einem Semester geprobt, meinetwegen“, erklärt Jan. „Ich gehe bald auf Erasmus, deshalb hatten wir die Premiere ausnahmsweise schon im Dezember.“

Auf die Frage, aus welchen Studienrichtungen die Schauspieler kommen, lacht Jan: „Nur eine Studentin studiert Germanistik.“ Die anderen studieren ganz unterschiedliche Fächer: „Wir haben Studierende aus der Psychologie, eine Schauspielerin aus der Pädagogik und sogar jemanden aus der Sportwissenschaft. Wir sind ein richtiger Mix.“

Das Kabarett enthielt auch viele Lieder. Gesangsunterricht gab es jedoch nicht. Die Musik wurde von der Studentin Emma Somolányiová transponiert, am Klavier nachgespielt und aufgenommen. Anschließend erklärte sie noch den Schauspielern, wie sie singen sollten. „Das hat uns sehr geholfen“, erzählt Jan. „Jeder von uns hat dann zu Hause geübt.“

Theater als Weg zu besserer Aussprache

Für Jan war es nicht die erste Theatererfahrung. Zuvor spielte er bereits im Universitätsensemble „Actoffkaa“ allerdings auf Englisch. „Das war für mich natürlicher. Ich habe in einer Sketchshow gespielt“, sagt er. „Lachen ist simpl“ war jedoch seine erste Erfahrung mit Theater auf Deutsch.

Neben dem Schauspiel stand Jan auch erstmals auf der Bühne und sang in einer Fremdsprache. „Es war anstrengend, aber auch eine Herausforderung, die ich annehmen wollte“, sagt er. Besonders vor dem Erasmus-Aufenthalt wollte er seine Deutschkenntnisse verbessern. Die Gruppe war ständig mit der Sprache in Kontakt, sie schrieben und sprachen nur Deutsch miteinander. Der Kursleiter ist Muttersprachler und spricht kein Slowakisch, was die intensive Sprachpraxis noch verstärkte. „Ich mag Theater und Gesang, für mich war das am Ende einfach Spaß“, erklärt Jan.

Nach dem Semester spürt er klare Fortschritte. Er lernte vor allem die Unterschiede zwischen dem Deutschen und dem Österreichischen kennen, was auch im Stück zu hören war. Das Kabarett basiert auf Sketchen eines Wiener Originals. Die Studierenden wählten jene Szenen aus, die sie am lustigsten fanden und entwickelten daraus ihre eigene Inszenierung.

Ein besonderes Lob kam nach der Vorstellung von einer Deutschlektorin, die Jans Fähigkeit hervorhob, zwischen den Dialekten zu unterscheiden. Neben starkem Applaus erhielten die Schauspieler damit auch Anerkennung aus dem akademischen Umfeld.

Viktória Vaneková