Kolumne: Schmidts Kater Loisl und der Jahresbeginn

Kolumne: Schmidts Kater Loisl und der Jahresbeginn

Čauky mňauky, allerseits! Und Ihnen allen noch einen schönen Rest des neuen Jahres! Für den slowakischen Chefkater Robert hat das Jahr ja super gut begonnen. Endlich mal wieder ein Besuch aus dem Ausland, noch dazu aus dem befreundeten Ausland.

Der tschechische Chefkater Andrej hat dem Robert seine Aufwartung gemacht. Dolmetscher brauchten sie nicht. Was dagegen sein musste, war der protokollarische Zirkus, der bei solchen Gelegenheiten einfach mal dazu gehört. Das Militärorchester gab sich dann auch alle Mühe, damit die Hymnen beider Länder nicht wie schräge Katzenmusik klangen. 

Mitten im ziemlich kalten Winter haben die beiden Chefkater dann bei ihrem Plausch das Eis gebrochen, das der bisherige Prager Chefkater Petr sich ausgedacht hatte, weil ihm nicht gefallen hat, wie der Robert mit den Katzen in der benachbarten Ukraine umgegangen ist. Und weil der Robert seiner Meinung nach ein bisschen tief in den Hintern des Kreml-Katers Wladimir Wladimirowitsch gekrochen war. Quasi in die fünfte Himmelsrichtung der slowakischen Außenpolitik.

Nun holt Kater Andrej den Kater Robert ein bisschen weg vom Katzentisch. Das hofft der Robert zumindest. Ob das so kommt, muss man aber erst einmal abwarten. Es ist nämlich nicht so, dass der Andrej prinzipiell genauso denkt wie der Robert. Der Andrej ist ein für Katzenverhältnisse ziemlich vermögender Kater und hat seine vielen Dukaten vor allem im Westen gemacht. Da passt er ziemlich genau darauf auf, dass er bei den Chefkatzen im Westen gut angesehen ist. Die mögen die ganz großen Fans von Wladimir Wladimirowitsch nicht so wahnsinnig gern.

Immerhin werden sich jetzt die Chefkater aus Tschechien und der Slowakei wieder regelmäßig mit ihren Hilfskatzen treffen. Im diplomatischen Protokoll der Zweibeiner sagt man dazu „Regierungskonsultationen“. In einem Punkt werden sich der Andrej und der Robert einig werden: Sie werden das Menü, das die jeweiligen Katzenköche für solch große Anlässe zubereiten, in den höchsten Katzentönen loben. Da gibt es nichts aus der Dose. Und was Ordentliches auf dem Teller ist am Ende eh immer wichtiger als das langweilige Gemauze über Politik. Ich wünsche Ihnen, den Zweibeinern, dass sie kein langweiliges Jahr vor sich haben. Čauky mňauky!

Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt