Münzen zum Weihnachtsfest

Münzen zum Weihnachtsfest

Münzen zum Weihnachtsfest? Als Geschenk? Wer – aus welchen Gründen auch immer – sich für Geld als Weihnachtsgeschenk entscheidet, wird wohl eher Geldscheine als Münzen wählen. Es sei denn, es handelt sich um eine seltene und wertvolle Münze und der Empfänger ist ein Münzsammler. Es gibt aber auch extra zum Weihnachtsfest geprägte Münzen. Zu diesen zählen die von staatlichen Einrichtungen herausgegebenen Sammlermünzen.

Münzen sind ein gesetzliches Zahlungsmittel mit aufgeprägtem Nennwert. In Österreich gibt die zur Österreichischen Nationalbank gehörende „Münze Österreich AG” Euromünzen heraus. Sie ist auch für die Prägung der Münzen verantwortlich. In Deutschland liegt die Verantwortung beim Finanzministerium und der Deutschen Bundesbank. Sie entscheidet über Münzprägungen, die in fünf Prägestätten erfolgen können. Der Vertrieb der Münzen erfolgt über „Münze Deutschland”. Neben den Umlauf- oder Kursmünzen, die für den täglichen Zahlungsverkehr bestimmt sind, prägen die Euro-Länder Sammlermünzen. Damit sind Münzen mit einem besonderen Motiv gemeint, die an Ereignisse oder Personen erinnern und auch als Gedenkmünzen bezeichnet werden. 

Münzen als Geldanlage

Eine besondere Stellung nehmen Anlagemünzen ein. Sie dienen eher der Geldanlage als dem Sammeln und werden nach dem aktuellen Preis des Edelmetalls gehandelt, aus dem sie bestehen. Zu den bekanntesten zählen der Krügerrand und die Goldmünze „Wiener Philharmoniker”. Auf letzterer steht zwar 100 Euro, ihr Wert bestimmt sich aber aus dem Preis für eine Unze Gold, also derzeit über 3.500 Euro.

Medaillen sind keine Zahlungsmittel. Jeder kann sie herstellen lassen und mit ihnen an Ereignisse oder Personen erinnern. Sie können aus höherwertigem Grundmaterial bestehen. Bei historischer Bedeutung oder Seltenheit werden sie als Anlageobjekte interessant. So wurde zum Beispiel die von Jesse Owens 1936 bei der Olympiade in Berlin gewonnene Goldmedaille im Jahr 2013 für 1,4 Millionen Dollar versteigert. Er hatte diese 1936 einem Freund geschenkt, dessen Erben machten die Medaille zu Geld. Weniger selten sind die Gedenkmünzen der Deutschen Bundesbank. Die 10-DM-Münze zum 200. Geburtstag von Heinrich Heine von 1997 (Auflage 150.000 Exemplare) hat aktuell einen Wert von etwa 15 Euro. Die ältere 5-DM-Gedenkmünze von 1983 zum 500. Geburtstag von Martin Luther, von der 8.350.000 Stück geprägt wurden, ist heute etwa 5 Euro wert. Die Differenz kann aber auch deutlich höher sein, wie bei der 10-Euro-Gedenkmünze für Milan Rastislav Štefánik  von 2019 (Wertsteigerung auf mehr als 90 Euro) oder der 2007 in Monaco erschienenen 2-Euro-Münze zum 25. Todestag von Grace Kelly. Ihr Verkaufspreis liegt jetzt bei über 2.000 Euro.

Weihnachtsmotive auf Münzen

Weihnachtsmotive sind auf unzähligen Medaillen zu finden, aber nur auf wenigen Münzen. Die Deutsche Bundesbank gibt seit 2021 eine Serie von Silbermünzen mit dem Namen Weihnachten heraus. In dieser erschienen 2021 „Geburt Christi“, 2022 „Herrnhuter Stern“, 2023 „Erzgebirgischer Schwibbogen“, 2024 „Adventskranz “ und 2025 „Heilige Drei Könige“. Für 2026 ist die 35-Euro-Münze „Stille Nacht, heilige Nacht“ angekündigt.

Die Ausgabepreise von Silbermünzen liegen über dem aufgedruckten Wert. So liegen die Preise der Weihnachtsmünzen der Bundesbank bei 45 Euro, die aus Sterling-Silber hergestellte Schneeflockenmünze verkauft die Münze Österreichs für 69,60 Euro, mit Hülle und Zertifikat.

Beliebtes Geschenk

Münzen und Medaillen mit Weihnachtsmotiven sind beliebte Geschenke. An ihnen kann gut verdient werden. Das führt zu Edelmetallprägungen in kaum bekannten Ländern wie Tuvalu. Es verkauft seinen Weihnachts-Silber-Dollar für 60 $. Kamerun verkauft eine Silbermünze von 1 Unze mit dem Aufdruck 1000 Francs CFA, zu 110 Euro. Dabei entsprechen die 1000 Francs CFA etwa 1,5 Euro. Schöne weihnachtliche Retro-Motive gibt die Münze Österreichs auf Kupfermedaillen heraus. Diese haben einen Durchmesser von 70 mm und kosten etwa 60 Euro. 

Und wem das alles zu metallisch kalt ist, der kann Schokoladentaler kaufen. Die sollte man aber nicht sammeln, sondern bald essen. Zum Essen: In England war es übrigens Sitte, eine Münze in den Weihnachtspudding zu geben. Wer diese dann beim Essen fand, sah das als Zeichen für Reichtum und Glück im kommenden Jahr an. 

Das irische Weihnachtslied „Christmas in the old man’s hat“ sagt im Refrain „Christmas is coming, the goose is getting fat, please put a penny in the old man’s hat.“ Auf Deutsch: „Weihnachten steht vor der Tür, die Gans wird fett. Wirf bitte einen Penny in den Hut des alten Mannes.“ Was Sie auch immer zu Weihnachten mit Münzen oder Medaillen machen, das Karpatenblatt wünscht Ihnen und allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

Dr. Heinz Schleusener