Ökumenischer Gottesdienst in Hainburg

Als wir bei einem der deutschsprachigen Gottesdienste in der kleinen evangelischen Kirche in Pressburg eingeladen wurden, an einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche in Hainburg teilzunehmen, erfüllte uns das mit Freude und Erwartungen. Es wurde besprochen, wie wir die Fahrt nach Hainburg organisieren könnten und sogleich haben sich mehrere unserer Mitglieder bereit erklärt, uns mit ihren Autos zu diesem Gottesdienst zu bringen. So fuhr am 21. Jänner 2018 eine kleine Kolonne von Pressburg, zu der sich eine weitere aus Engerau/Petržalka gesellte, Richtung Hainburg. Das Gotteshaus war schon hell erleuchtet und als das Gloria erklang, füllte sich die Kirche bis auf den letzten Platz mit freudigen und erwartungsvollen Menschen. Der gemeinsame Gottesdienst, gestaltet nach der Lima-Liturgie, stand unter der Devise des Spruchs aus dem alttestamentlichen Buch Exodus (Ex,15,6a): „Deine rechte Hand, Herr, ist herrlich an Stärke“. In der Einladung wurden wir aufgefordert, für die Einheit der Christen zu beten. Es geht um die Erkenntnis in der einen Kirche Gottes Schutz zu erfahren. Jesus ruft uns zur Umkehr und zu Wegen der Einheit auf. Diese Einladung möchte nicht einengen, sondern befreien und froh machen. Schließlich ist seine Botschaft, das Evangelium, die frohe Botschaft für die Welt schlechthin.
Gesänge füllten die Kirche
Der Hainburger Kirchenchor sang zu Beginn zusammen mit der Gemeinde das Lied „Lobsingt, ihr Völker alle“. Vor dem Altar standen die Vertreter beider Konfessionen, für die katholische Kirche der Gastgeber, Pfarrer Mgr. Othmar Posch und an seiner Seite Mgr. Anna Polcková, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde in Pressburg, mit ihrem Hainburger Kollegen Mgr. Jan Magyar. Dies war vor allem Ausdruck eines starken Glaubens, der Nächstenliebe und christlichen Gemeinschaft. Nach der Begrüßung stellte Pfarrer Posch seine Firmlinge des Jahres namentlich vor. Die Predigt, die Pfarrerin Mgr. Anna Polcková vortrug, war besonders eindrucksvoll. Sie predigte über Abraham, den Prototypen des gläubigen Menschen in allen drei monotheistischen Religionen: im Christentum, im Judentum und auch im Islam, der aufgrund Gottes Anordnung alle seine Sicherheiten aufgab und ins Unbekannte aufbrach, mit dem Hinweis auf die Nöte der heutigen Zeit.
Gebete und Gesänge
In einem der Gebete erbat sie um Gottes Segen und Beistand für den Bruder in Gott Franziskus. In wunderbarem Einklang des Wortgottesdienstes erlebten wir Lesungen, Besinnung, Bitten um Vergebung und endlich das gemeinsame Brechen des Brotes. Während der nachfolgenden Gabendarbietung durch alle drei Pfarrer sang der Chor das Lied „Wirf deine Anliegen auf den Herrn“ (Felix Mendelssohn Bartholdy). Als Danklied erklang „Liebe ist nicht nur ein Wort“. Segen, Schlussgebet und Gesang des Hainburger Chores beendeten diese besinnliche Stunde. Wenn es auch keine pompöse Großveranstaltung war, hat sie doch Menschen gleicher Gesinnung zusammengeführt und bewiesen, dass auch kleine Dinge im Stande sind, Großes zu bewirken. Es müssen sich nur mutige Menschen finden, die sich nicht fürchten, ihre Meinungen und Gedanken laut auszusprechen und sich dazu auch zu bekennen, die uns auffordern nicht Gegensätze zu suchen, aber Gemeinsamkeiten zu finden, nicht Fäuste ballen, aber eine uns entgegen gestreckte Hand zu fassen. Alle sollten dieses Gebot der Stunde erkennen.

(st)

Fotos: RNDr. Michal.J.Stolár