Einsiedel

Über die Kraft der Liebe „Amrespoon“

Am 14. Februar wird der Valentinstag gefeiert, der Tag der Verliebten. Um die Liebe zweier junger Menschen geht es auch in dieser berührenden Liebesgeschichte aus Günter Zavtzkys Buch „Mníšek nad Hnilcom“ (Einsiedel an der Göllnitz).  Vor vielen Jahren kamen in Einsiedel bei einem schrecklichen Gewitter zwei Kinder auf die Welt. Ein Kind war der Sohn des reichen Bürgermeisters und das zweite war die Tochter eines armen Bauern. Die Kindheit der beiden Kinder war schnell vorbei, so schnell wie das Wasser in der Göllnitz floss. Das Mädchen wurde von Tag zu Tag schöner. Sie musste hart auf dem Feld arbeiten, aber sie genoss die Liebe ihrer Eltern. Der Junge wuchs im Reichtum auf, ohne jegliche Plagen und Sorgen zu kennen. Er kannte aber auch die Freuden des einfachen Menschen nicht. Als Geschenk zu seinem zwanzigsten Geburtstag veranstaltete sein Vater eine große Jagd, bei der er seine erste Hirschkuh erschießen sollte. Als der Jäger und die Hirtenknaben auseinander liefen, ritt sein Pferd in eine Richtung, wie von einer Zauberkraft angezogen. Dann blieb es plötzlich auf einem Feld direkt vor einem Mädchen stehen, das gerade Korn zusammenband. Es war das Mädchen, das in derselben Nacht geboren wurde wie er. Das Mädchen erschrak, als vor ihm der Sohn des Bürgermeisters stehen blieb, aber als sich ihre Blicke trafen, entbrannte in ihnen die Liebe zueinander. Sie fingen an, sich zu treffen, aber die Eltern stellten ihrer Liebe Hindernisse in den Weg, weil sie arm und er reich war. Die beiden wollten aber nicht ohne einander leben, deshalb nahmen sie sich am Ort des ersten Treffens das Leben. Heute ist dort eine Wiese. Da die beiden hier ihr Herz verloren, hat die Wiese die Form eines Herzens. Aus ihren Tränen entsprang eine Quelle, die durch die Wiese fließt und alle erfrischt, die sich hierher verirren. Und da sich die Leute diese Geschichte von der unschuldigen Liebe immer wieder erzählen, bleibt das Wasser in dem Brünnlein stets rein.

(nach Agáta Polohárová, in: Zavatzky, Günter: „Mníšek nad Hnilcom“)