Christean Wagner

Zentrum gegen Vertreibungen hat neuen Vorsitzenden

Die langjährige Vorsitzende der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“, Erika Steinbach, gibt auf eigenen Wunsch den Vorsitz ab. Der frühere hessische Kultus- und Justizminister Dr. Christean Wagner löst sie an der Spitze der Stiftung ab. Der CDU-Politiker und Jurist, der im ostpreußischen Königsberg geboren ist, war und ist den Anliegen der Heimatvertriebenen stets verbunden. Wagner dankte Erika Steinbach für ihren nunmehr seit 18 Jahren unermüdlichen Einsatz für die Stiftung, die sie im Jahre 2000 gründete: „Aus dem Geist der Versöhnung entstanden, hat die Stiftung in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten Beachtliches erreicht. Neben zahlreichen Veranstaltungen sind die vier Ausstellungen „Erzwungene Wege“, „Die Gerufenen“, „Angekommen“ und „Verschwundene Orte“ im ganzen Land unterwegs.
Christean Wagner

Christean Wagner, der neue Vorsitzende des Zentrums gegen Vertreibungen
© wikipedai/Martin_Rulsch

Neue Ausstellung geplant
Eine neue Ausstellung zum Thema „Deutsche Zivilisten in Lagern und Zwangsarbeit hinter dem Eisernen Vorhang während und nach dem Zweiten Weltkrieg“ wird vorbereitet. Unter großem persönlichen Einsatz hat Erika Steinbach – auch mit Unterstützung des früheren SPD-Bundesgeschäftsführers Peter Glotz bis zu dessen Tod – die Arbeit der Stiftung vorangetrieben und mit Ideenreichtum, Kreativität und Hingabe für die Anliegen der Stiftung gewirkt. Durch gute Argumente und Beharrlichkeit wurde das Zentrum zur Initialzündung für die Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Der neue Vorsitzende betonte, die Stiftung in dieser Kontinuität, im Geiste der Versöhnung und der Bewusstseinsschärfung gegen Menschenrechtsverletzungen durch Vertreibung und Deportation fortführen zu wollen.
Mehr Aufklärungsarbeit
Die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ hat sich zur Aufgabe gemacht, in einem Gesamtüberblick das Schicksal der mehr als 15 Millionen deutschen Deportations- und Vertreibungsopfer aus ganz Mittel-, Ost- und Südosteuropa mit ihrer Kultur und ihrer Siedlungsgeschichte genauso erfahrbar zu machen wie das Schicksal der 4 Millionen deutschen Spätaussiedler. Dabei wird auch an Vertreibung und Genozid an anderen Völkern, insbesondere in Europa, erinnert. Zu den Stiftungsaufgaben gehört auch die Verleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises, mit dem Persönlichkeiten oder Organisationen ausgezeichnet werden, die sich gegen die Verletzung von Menschenrechten, gegen Völkermord, Vertreibung und die bewusste Zerstörung nationaler, ethnischer oder religiöser Gruppen gewandt haben. Der Preis wird alle zwei Jahre, auch 2018 wieder, verliehen.

SdP