Literatur-Vortrag

Gäste aus Deutschland in Einsiedel an der Göllnitz

Am 20. Juni 2017 haben wir in Einsiedel an der Göllnitz Gäste aus Deutschland erwartet. Pfarrer Martin Moravek aus Metzingen organisierte nämlich eine „Reise in die Zips – Auf den Spuren der Reformation“ und die Teilnehmer machten auch einen Abstecher zu uns. Sie haben in Kaschau den Dom besichtigt, dann führte sie ihr Weg über Schmöllnitz nach Einsiedel. In der Evangelischen Kirche A.B. begrüßte die Gäste der Posaunenchor. Die Lehrerin Mgr. Danka Theiszová informierte sie über die Geschichte der Kirchengemeinde und über die Gründung des Posaunenchores. Ein paar Worte zur Begrüßung sprach Herr Pfarrer Mgr. Vladimír Schwarz aus Schwedler. Herr Pfarrer Martin Moravek hat in seiner Ansprache über das Ziel ihrer Reise in die Slowakei gesprochen. Das Treffen in der Kirche endete mit dem Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Besuch der Ausstellung und der Heimatstube Im Haus der Begegnung war zu dieser Zeit im Flur die Ausstellung „500 Jahre Reformation“ zu sehen, die das Museum der Kultur der Karpatendeutschen in Bratislava/Preßburg für drei Wochen in Einsiedel aufgebaut hat. Die Gäste besichtigten diese Ausstellung mit Interesse. In einem Teil der Bücherei des KDVs befindet sich eine kleine Heimatstube. Dort sind zum Beispiel die Trachten unserer Vorfahren zu sehen, einfache Geräte mit denen sie gearbeitet haben, Geschirr für feierliche Gelegenheiten, aber auch für jeden Tag. Nach dieser Besichtigung hat Frau Emme Czölder die Gäste herzlich im großen Saal begrüßt. „Es ist für uns immer eine Ehre und Freude zugleich, dass zu uns ab und zu Gäste aus Deutschland kommen, die Interesse am KDV haben, an den Deutschen, die hier in der Slowakei leben“, sagte sie.
Büchersammlung der KDV-OG in Einsiedel

Die Gäste konnten sich einen Eindruck von unserer Büchersammlung machen.

 
Allerlei Informationen über Einsiedel
Mit dem Gedicht „Meine Heimat“ von Karl Konrad haben wir das kurze Programm begonnen. Es folgte „Die Geschichte der Bergstadt Einsiedel an der Göllnitz“. Da erfuhren die Gäste etwas über die Gründung der Gemeinde sowie über den Naturreichtum der Berge in der Umgebung. Dank der Tüchtigkeit der Einwohner der Zipser Gründe wurde auch Einsiedel zur Bergstadt erhoben. Das Wahrzeichen der Gemeinde ist der Spitzenberg auf 703 Meter Höhe, auf dem ein von Weitem sichtbares großes Holzkreuz steht. Es erinnert an die Einwanderung unserer Vorfahren. Unser Mitbürger Oskar Zavatzky schrieb darüber das Gedicht „Mahnung!“: „Nach sturmbewegten Jahren, Das Kreuz am Spitzenberg jetzt steht Es könnte über vieles klagen Mahnt aber nur zum Gebet.“ Das Haus der Begegnung dient den Karpatendeutschen der Region Unterzips, die aus sechs Ortsgemeinschaften besteht.
Gäste beim Vortrag

Die Gäste erfuhren einiges über unseren Ort und den Karpatendeutschen Verein.

  27 Jahre KDV Wir haben unseren Gästen über die Tätigkeit in den Ortsgemeinschaften erzählt und betont, wie schön für uns die gemeinsamen Begegnungen sind. Dank der gegenseitigen Treffen, der Gespräche, der deutschen Literatur und des Karpatenblattes gelingt es uns, unser Deutsch zu verbessern. Gerade das ist auch ein Ziel des KDVs – die deutsche Sprache, die Identität und die Kultur unserer Vorfahren zu entfalten und zu bewahren. Wir organisieren Mundartnachmittage, wo wir die Mundart in den Vordergrund stellen. Dank des Karpatenblatts haben unsere Gäste schon etwas über das Literaturkränzchen gewusst. Bei unserer Begegnung haben wir über die Gründung vor 17 Jahren und diese Zeit gesprochen. Wir haben in all den Jahren viele Dichter, Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger und ihre literarischen Werke kennengelernt. Durch Zufall haben wir mit mehreren Autoren aus Deutschland und Österreich Bekanntschaft gemacht. Sie haben uns Bücher geschickt, wir haben Briefe gewechselt. Mit diesen geschenkten Büchern haben wir eine kleine Ausstellung gemacht. Unsere Gäste haben sie mit Interesse angeschaut und sie wollten auch erfahren, wie wir zu den Büchern der gegenwärtigen Autoren gekommen sind.
Literatur-Vortrag

Literarische Kostprobe in Einsiedel an der Göllnitz

Gedichte in der Mundart
Zum Schluss unserer Begegnung haben wir die Gedichte: „Erbschaft“ von Dr. Walter Sohler und „Die Einsiedler“ von Adalbert Mehly in der deutschen Sprache und in unserer Mundart vorgetragen. Herr Pfarrer Martin Moravek bedankte sich im Namen der Gäste ganz herzlich. Wir bekamen das Buch „Unvergessene Frömmigkeit (Die letzten deutschen evangelischen Kirchengemeinden in der Slowakei)“ von Andreas Metzl und Mitarbeitern. Wir werden später darüber sprechen. Zum Abschluss gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit unserem Bürgermeister, Herrn Ing. Ľudovít Kujnisch. Er sagte ein paar Worte über unsere Gemeinde und wünschte den Gästen noch angenehme Tage in der Slowakei.

Ilse Stupák