Neue Ausstellung im SNM-Museum der Kultur der Karpatendeutschen
Am 17. Dezember 2025 fand im SNM-Museum der Kultur der Karpatendeutschen in Pressburg/Bratislava die Vernissage der Ausstellung „Siebenbürgen in Bild und Geschichte“ statt. Um 16 Uhr eröffnete der Museumsdirektor, Mgr. Rastislav Fiľo, die Veranstaltung. In Anwesenheit der Autoren der ausgestellten Werke begrüßte er rund 35 geladene Gäste und übergab anschließend das Wort an den Vorsitzenden der Region Pressburg des Karpatendeutschen Vereins.
RNDr. Michael Stolár begrüßte alle Anwesenden, Vertreter der diplomatischen Gemeinschaft in Pressburg, Vertreter der österreichischen Landsmannschaft sowie der Medien und betonte in seiner Ansprache die Verdienste all jener, die zur erfolgreichen Vorbereitung der Ausstellung beigetragen hatten. Insbesondere dankte er dem Museumsteam mit Herrn Direktor Fiľo, der Kuratorin Frau Paulinyová sowie dem Restaurator Herrn Rapoš. Weiters dankte er dem Autor der Bilder, Herrn Marián Zaymus, dem Leiter und Fotografen der Siebenbürgen-Expedition, Martin Stolár, sowie dem grafischen Gestalter der ausführlichen Begleittexte, Samuel Stolár.
Der Maler Marián Zaymus erläuterte in einigen Worten die Zusammenhänge zwischen den Bildern und der Geschichte und bedankte sich für das Interesse. Anschließend schritt man zur Besichtigung der Ausstellung, die von den Teilnehmern der Siebenbürgen-Expedition mit Kommentaren begleitet wurde. Dabei wurde angeregt diskutiert und es wurden weitere Pläne besprochen. Zum Abschluss folgte eine kleine Erfrischung.




Wie entstand diese Präsentation?
In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem tiefgreifenden Wandel in der Kommunikation einzelner Personen sowie der Gesellschaft insgesamt. Elektronische Medien und soziale Netzwerke haben vielfach persönliche, zwischenmenschliche Kontakte ersetzt. Die Präsentation im digitalen Raum wurde zu einem weltweiten „Spielplatz“. Da jedoch die meisten unserer Mitglieder im Pressburger Karpatendeutschen Verein der älteren Generation angehören, erscheinen uns diese Entwicklungen teilweise noch ungewohnt, schwer fassbar und nicht immer leicht verständlich.
Da wir uns jedoch nicht vom pulsierenden Leben um uns herum abkapseln können und uns – sofern wir nicht aussterben wollen – anpassen müssen, begannen wir, an unserer „Digitalisierung“ zu arbeiten. So entstand auch das Projekt „Digitales Archiv“ des KDV Pressburg, das in den letzten Jahren erfolgreich abgeschlossen wurde. Der sichtbarste Erfolg war die Herausgabe des Buches „Dreißig Jahre KDV Pressburg“ im Jahr 2020.
Um jedoch mit der Zeit zu gehen und teure grafische Arbeiten zur Veröffentlichung der Ergebnisse der Digitalisierung zu vermeiden, entschlossen wir uns, selbst aktiv zu werden. So entstand das Projekt des Workshops „Propagierung der deutschen Minderheit im digitalen Zeitalter“. Seit dem Sommer 2025 trafen wir uns mehr oder weniger jeden Mittwoch in größerer oder kleinerer Runde im Haus der Begegnung, um etwas über die digitale Verarbeitung von Text und Bild zu lernen. Mehrere PCs und Notebooks sowie Software für grafische Bearbeitung wurden organisiert.
Unter der Führung einiger jüngerer Mitglieder, die mit den Feinheiten des digitalen Zeitalters besser vertraut sind, wurden wir in die Grundlagen grafischer Arbeiten am Computer eingeführt. Es waren zwar keine Wunderdinge, doch wir erlernten grundlegende Techniken der Grafikgestaltung, die sich in visuelle Formen umsetzen ließen.
Exkursion nach Siebenbürgen
Da im Herbst 2024 eine kleine Gruppe unserer Mitglieder eine private Exkursion nach Siebenbürgen unternommen hatte, um die Städte, Burgen, Kirchen und Kirchenburgen des Landes zu besichtigen, kennenzulernen und zu dokumentieren, wurde nach längerer Diskussion beschlossen, eine Ausstellung der gewonnenen Erkenntnisse zu gestalten. So kam es nach und nach zum Zusammenfluss zweier Ideen: Digitalisierung und Siebenbürgen.
An der Expedition hatte auch der Maler Marián Zaymus teilgenommen. Er erklärte sich bereit, die Ausstellung mit seinen Werken zu bereichern und stellte für die Ausstellung sechs Bilder, die in Siebenbürgen entstanden sind, zur Verfügung. So entstand eine interessante Verbindung unserer digitalen „Kunst“ mit seiner gegenständlichen bildnerischen Kunst.




Als die Siebenbürger Landsmannschaft in Wien von der Ausstellung erfuhr, stellte sie uns weitere Exponate zur Präsentation zur Verfügung. Dadurch wurde die Ausstellung zu einer Verbindung aus digitalen und realen Bildern sowie realen Objekten, die die Geschichte der Minderheit der Siebenbürger Sachsen in Osteuropa dokumentieren – einer deutschen Minderheit, deren tragisches Schicksal stark an das unsere erinnert.
Falls wir – und das hoffen wir – mit diesem Projekt Erfolg haben, werden wir im Jahr 2026 weiter daran arbeiten, auch über andere deutsche Minderheiten in Osteuropa in digitaler, bildlicher und materieller Form zu berichten und die Ergebnisse unserer Arbeit weiterhin der Öffentlichkeit im SNM-Museum der Kultur der Karpatendeutschen zu präsentieren.
Das Projekt wurde mit der finanziellen Unterstützung des Fonds zur Unterstützung der Kultur der nationalen Minderheiten KULT MINOR durchgeführt.
MSc. Martin Stolár
