Denkmal Lager Novaky

Neues Denkmal für die Opfer des Lagers Novaky

Am 15. August wurde am Massengrab des ehemaligen Internierungslagers Nováky im Hauerland ein Denkmal eingeweiht, das an das Leid und an die unzähligen Todesopfer erinnert, die das Leben im Lager forderte.

Der Festgottesdienst, der zu diesem Anlass in der katholischen Kirche in Koš/Andreasdorf stattfand, war gut besucht. Zahlreiche ehemalige Internierte oder Angehörige der Todesopfer hatten teils eine weite Reise auf sich genommen, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Für sie war es ein persönlicher und emotionaler Anlass – ob als Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte oder ein Stück lang erkämpfter Anerkennung der Ereignisse im Internierungslager.

In den Jahren 1945 und 1949 wurden hier Karpatendeutsche aus der ganzen Slowakei unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht. Der Aufenthalt im Lager sollte sie darauf vorbereiten, ihre Heimat zu verlassen. Täglich musste die Initiatorin des Denkmals, Anni Zjaba, mit ansehen, wie die Todesopfer des harten Alltags im Massengrab begraben wurden – ohne Sarg, ohne Andacht, ohne Segen. Die Erinnerungen, die sie während des Gedenkgottesdienstes in der Kirche mit den Zuhörern teilt, prägen sie bis heute. Deswegen hat die Katholikin es sich zur Aufgabe gemacht, den Toten im Massengrab in Form einer Segnung die letzte Ehre zu erweisen.

„Mit den Toten leben“

Musikalisch begleitet durch die karpatendeutsche Singgruppe Neutrataler fand nach dem Gottesdienst unter dem Leitsatz „Mit den Toten leben“ die Einweihung des Denkmals statt. Diesen Gedanken griffen auch Joachim Bleicker, der deutsche Botschafter in der Slowakei, sowie die Vorsitzenden des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei und Deutschland in ihren Reden auf: Geschichte könne man zwar nicht verändern, doch es sei unsere Aufgabe, zu verhindern, dass sich dieses Kapitel jemals wiederholt.

Gleichzeitig betonten sie aber auch die Freundschaft zwischen den Angehörigen der deutschen Minderheit in der Slowakei und den Slowaken, die selbst in den schlimmsten Zeiten bestehen blieb: So versorgten Einwohner von Koš/Andreasdorf und Nováky internierte Karpatendeutsche etwa mit Lebensmitteln.

Im Gedenken an die Internierten

Außerdem forderte Joachim Bleicker vor der Segnung des Denkmals dazu auf, alle Opfergruppen des Lagers mit in die Gebete aufzunehmen. Er legte gemeinsam mit Brunhilde Reitmeier-Zwick auch einen Kranz an dem Denkmal für die jüdischen Opfer des Lagers nieder.

Während des Zweiten Weltkrieges diente das Lager als Sammellager für die jüdischen Bürger, die daraufhin in Konzentrationslager gebracht wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es ein Arbeitslager für die Karpatendeutschen.

HB