Im vergangenen Jahr fand die Studien- und Bildungsmesse zum ersten Mal statt. © SSDT Poprad

Studien- und Berufsmesse 2026 am bilingualen Gymnasium in Deutschendorf

Ende März werden im nordostslowakischen Deutschendorf/Poprad bereits zum zweiten Mal Brücken zwischen Schule, Studium bzw. Berufsausbildung und internationaler Karriere gebaut, zu deren wesentlichen Pfeilern die deutsche Sprache gehört.

An der Verbundenen Schule Dominik Tatarka in Poprad findet am 26. März 2026 wieder die Studien- und Berufsmesse der deutschsprachigen Abteilung statt. Die bekannte Wintersportmetropole profiliert sich also auch als Stadt der Bildung. Nach dem erfolgreichen Auftakt im Vorjahr richtet sich die Veranstaltung erneut an leistungsorientierte Schülerinnen und Schüler der oberen Jahrgangsstufen. Erwartet werden bis zu 400 Jugendliche, die sich über Studien‑ und Berufsmöglichkeiten im In‑ und Ausland informieren wollen. Viele kommen natürlich aus Poprad und der Umgegend, etwa aus den karpatendeutschen Regionen Zips und Hauerland. Doch auch Interessierte aus anderen Teilen der Slowakei werden erwartet, etwa aus Pressburg/Bratislava oder Kaschau/Košice.

Im Mittelpunkt stehen Lernende des bilingualen Gymnasiums, die hier neben der slowakischen Maturita auch das deutsche Abitur erwerben. Damit gehört die seit über 30 Jahren anerkannte Schule mit angeschlossenem Internat zu den wenigen Bildungseinrichtungen in der Slowakei, die einen doppelten Abschluss anbieten – und das ohne Schulgeld, denn es handelt sich um eine staatliche Institution. Sie untersteht dem slowakischen Bildungsministerium, aber die deutsche Abteilung wird ausgestattet von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Deutschland (ZfA), die auch die Lehrkräfte entsendet. Außerdem besteht ein regelmäßiger Austausch mit der deutschen Botschaft in Bratislava.

„Das deutsche Abitur ist für unsere Schülerinnen und Schüler ein entscheidender Türöffner und verschafft klare Vorteile auf dem internationalen Arbeitsmarkt“, erklärt Wilke Hinrichs, Fachbereichsleiter für Geschichte und Koordinator der Messe.

Netzwerk zur Stärkung internationaler Bildungsperspektiven

Zu den akademischen Partnern zählen unter anderem die Technische Universität Dresden, die Fachhochschule Dortmund sowie die Comenius‑Universität in Bratislava. Mit an Bord – der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der über Stipendien und Finanzierungsmöglichkeiten informieren wird. Auf Unternehmensseite präsentieren sich slowakische Betriebe ebenso wie internationale Konzerne mit Deutschlandbezug, darunter Chemosvit, Tatravagónka, Telekom Slovakia, Evonik, Volkswagen und BMW.

Die Messe ist Teil des Berufsorientierungskonzepts der Schule. Bereits vor dem eigentlichen Messetag beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops mit ihren Interessen, Stärken und möglichen Berufswegen. Die Vorbereitung erfolgt unter anderem in Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesagentur für Arbeit. „Uns ist wichtig, dass die Jugendlichen nicht unvorbereitet an die Stände gehen, sondern konkrete Fragen mitbringen“, so Hinrichs.

Gezielte Vorbereitung zeigt erste Erfolge

Nach der Premiere im vergangenen Jahr konnten Kooperationen mit deutschen Hochschulen aufgebaut werden, darunter exklusive Stipendienangebote für Absolventinnen und Absolventen der Schule. „Natürlich braucht Berufsorientierung Zeit, um belastbare Zahlen liefern zu können“, sagt Hinrichs, sieht jedoch bereits erste Vermittlungserfolge und viel positives Feedback. Einige ehemalige Lernende aus Poprad nahmen bereits ein Studium im Ausland auf.

Die Studien- und Berufsmesse versteht sich als langfristiges Projekt, das Schule, universitären Bereich und Wirtschaft miteinander vernetzt, um frühzeitig Wege in Studium und Beruf aufzuzeigen – sowohl für junge Leute, die im deutschsprachigen Raum eine realistische Perspektive suchen als auch für jene, die gern in der Slowakei Karriere machen wollen.

Kay Zeisberg

Der Fachbereichsleiter des Poprader Gymnasiums Wilke Hinrichs war im Vorfeld der Studien- und Berufsmesse zu Gast beim Auslandssender Radio Slowakei International des Slowakischen Rundfunks. Hier können Sie sich das Studiogespräch anhören.