Die karpatendeutschen Gruppen auf der Faschingsfeier

Im Zeichen des Phönix: Farbenreiches Faschingsfest in Margarethen

Die Faschingszeit bringt seit Jahrhunderten Freude, Humor und Begegnungen in unsere Gemeinden. In diesem Geist fand am 7. Februar im Kulturhaus von Margarethen/Margecany das außergewöhnliche Fest „Fašengi so sušedami“ (Fasching mit Nachbarn) statt – ein lebendiges Treffen von Nachbarn, Freunden und karpatendeutsche Ortsgemeinschaften aus dem Tal der Hernach/Hornád, der Region Scharosch/Šariš und der Semplin/Zemplín.

Ein besonderer Höhepunkt war das szenische Programm „Fénix z Huty“, das an die Zeit erinnerte, als der Feuerschein der berühmten Phönixhütte den Himmel über dem Fluss Hernach/Hornád erleuchtete. Diese Hütte war nicht nur ein industrielles Zentrum, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt der Gemeinden von Margecany, Nickelsdorf/Miklušovce, Schwedler/Švedlár und Göllnitz/Gelnica.

Die Einladung zur Faschingsfeier
Die Einladung zur Faschingsfeier

Aus den Gründler Gemeinden der Unterzips brachten die berühmten „Boglosch“ – die Fuhrleute – einst Holz, Erz und Waren zur Hütte und kehrten mit Liedern, Geschichten und Neuigkeiten zurück. So entstanden enge wirtschaftliche und menschliche Beziehungen.

Auch wenn die Siedlung Rollhütte/Rolová Huta heute unter dem Wasser des Stausees Ružín liegt, lebt ihr Geist in den Traditionen, Liedern und Erinnerungen der Menschen weiter. Dass dieser unzerstörbare Geist unserer Vorfahren bis heute fortwirkt, zeigte auch dieses hervorragend vorbereitete und tief berührende Faschingsfest.

In diesem Zusammenhang wurde auch an den bedeutenden Beitrag der Unternehmerfamilie Roll aus Göllnitz erinnert, deren Wirken im Bereich des Hüttenwesens und Bergbaus wesentlich zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region beigetragen hat.

Die Vergangenheit erwacht

Es war, als hätte das Programm „Fénix z Huty“ für einen Augenblick die Schleier der Zeit gelüftet. Vor unserem inneren Auge erwachte jene Epoche, in der die Täler der Unterzips vom Klopfen der Hämmer, vom Rufen der Bergleute und vom Rauschen der Sägen erfüllt waren.

Die deutschen Bergleute, die einst aus ihrer alten Heimat hierherkamen, brachten nichts als zwei fleißige Hände, unerschütterlichen Fleiß, Erfindungsgeist und den Glauben an den einen Gott mit sich. Gerade diese Gaben verwandelten die wilden Täler in Orte des Lebens, der Arbeit und der Hoffnung.

Und so zogen in diesem szenischen Bild nicht nur Bergleute, Hüttenarbeiter und die Fuhrleute vorbei, sondern auch Gestalten, die die Geschichte des Landes geprägt haben – Männer wie Anton Rollo, Imrich Thököly, Fürst Franz Rákóczi und viele andere. Sie alle schienen für einen Augenblick wieder unter uns zu sein. Die dramaturgische Meisterschaft von Herrn Ing. Josef Gajdoš hauchte diesen Bildern Leben ein.

Reiche Vielfalt der Mitwirkenden

Das Programm wurde durch eine beeindruckende Vielfalt an Gruppen gestaltet: karpatendeutsche Ortgemeinschaften der Unterzips, die Frauensinggruppe Jalinka aus Mikluschowitz, die das alte Liedgut der einstigen jüdischen Kommunität meisterhaft interpretierte, die Frauensinggruppe Hámorčanka aus dem Sempliner Hammer, deren Hammertradition auf das Wissen der Karpatendeutschen unserer Region zurückgeht, die Kinderfolkloregruppe Margarétka, die Volksmusikgruppe Gajdošovci und der Gastgeber, das Flolkloreensemble Jadlovec Margecany, das das gesamte Programm mit großer Professionalität und Herzlichkeit trug.

Jede dieser Gruppen brachte ihre eigene Farbe, ihren eigenen Klang und ihre eigene Tradition mit ein. Gemeinsam schufen sie ein Mosaik, das die kulturelle Vielfalt der Ostslowakei eindrucksvoll widerspiegelte.

Die Karpatendeutschen im Mittelpunkt

In diesem Jahr nahmen zum ersten Mal auch die Karpatendeutschen der Unterzips aktiv an der Veranstaltung teil. Die Ortsgemeinschaften aus Schmöllnitz, Schwedler und Einsiedel an der Göllnitz präsentierten ein vielfältiges Kulturprogramm. Für Schwedler traten die Vorsitzende Frau Ing. Ivančová, Monika Liptáková, Katarina Pavorisová und Anka Želinská auf. Eine wichtige Rolle spielten auch Herr Ottmar Vasilco mit seiner Ehefrau Marianne aus Schmöllnitz und Frau Gabrielle Wenzel aus Einsiedel an der Göllnitz.

Zu Beginn des Programms hatten die Karpatendeutschen die Ehre, die Veranstaltung feierlich zu eröffnen. In traditionellen Bergmannsuniformen erklangen das bekannte Lied „Glück auf, der Steiger kommt“ sowie weitere Volkslieder aus dem Alltagsleben der karpatendeutschen Bevölkerung der Unterzips. Ein besonders bewegender Moment war das Bergmannsgebet von Samuel Kurjan, vorgetragen von Oswald Lipták.

In einem heiteren Moment des Abends präsentierten sich die Bergleute – würdig uniformiert und stolz auf ihr Erbe. Zu ihnen gehörten: Otomár Vasilco, Karl Czölder, die Gebrüder Hubert und Johann Franko, Walter Toth und Oswald Lipták (meine bescheidene Wenigkeit).

Geistliche Unterstützung

Große Unterstützung erhielten wir Unterzipser Deutschen durch den evangelischen Pfarrer Ján Gdovin, der die Gruppe mit sicherer Hand leitete, sowie durch seine Ehefrau, Kaplänin Gabriela Gdovinová, deren persönliche Anwesenheit für die Teilnehmer eine wertvolle Stütze war.

Die dramaturgische Leitung von Ing. Josef Gajdoš verlieh dem gesamten Abend eine außergewöhnliche Geschlossenheit. Die Verbindung von Musik, Tanz, Erzählung und Symbolik schuf eine Atmosphäre, die das Publikum tief berührte.

Die festliche Stimmung erreichte ihren Höhepunkt in einem beeindruckenden Feuerwerk, das den Geist des Phönix – Licht, Hoffnung und Neubeginn – noch einmal sichtbar machte.

Fazit : Dank und Ausblick

Zum Schluss bleibt nur eines: ein aufrichtiges Dankeschön an die Gemeinde Margecany, an die Organisatoren, an alle Mitwirkenden und Helfer, die dieses außergewöhnliche Ereignis mit so viel Herz, Professionalität und Hingabe vorbereitet haben.

Ein besonderer Dank gilt auch dem Bürgermeister von Margecany, Herrn Ing. Jozef Petrík, dessen Unterstützung, Offenheit und Gastfreundschaft wesentlich zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben.

Die Gastgeber zeigten große Aufmerksamkeit und Wertschätzung, indem sie die Leiterinnen und Leiter der teilnehmenden Gruppen mit einem symbolischen Blumenstrauß ehrten – ein schönes Zeichen echter Nachbarschaft.

Es war ein Fest, das nicht nur unterhielt, sondern verbindet, erinnert und Hoffnung schenkt. Und es war gewiss nicht das letzte seiner Art. Die Karpatendeutschen der Unterzips und ihre lebendigen Ortgemeinschaften werden gerne auch künftig solche Veranstaltungen bereichern.

Oswald Lipták