Mundart-Gedicht von Franz Ratzenberger zum Fasching

Ein Mundart-Gedicht zu Fasching

Ein heiterer Blick auf gelebtes Brauchtum: In seinem Gedicht „Off Faschang“ hält Franz Ratzenberger die Faschingstradition im mantakischen Dialekt fest. Begleitet wird der Originaltext von einer hochdeutschen Nachdichtung von Oswald Lipták.

Off Faschang

(Auf Mantakisch von Franz Ratzenberger)

Off Faschang bee ich losteg sein,
Mën Spëß geh ’ch rëm mën Hiäten.
De been ma Speck von Seiten schneiden,
Traktiän been mich de Biäten.

Oft bee ich ma an Pelz vadrehn,
Bee mich met Kohln pemuäkeln.
Ond Jung ond Alt bid mich belln sehn,
Benn ich om Beg bee tüakeln.

Zaletzt geh ’ch en a Rockenstub,
Trink, eß ond stell mich tanzen.
Mach ich Kraval, been se per Schub
Mich sècha rauskuranzen.

Oft geh ’ch anhaam, lèg mich òffs Oa
Ond loß de Beiba lachen.
Benn Faschang ès, òffs andre Jòa,
Bee ’ch ’s noch vil ëaga machen.

Zu Fasching

(Auf Hochdeutsch nachgedichtet von Oswald Lipták)

Zu Fasching zieh’ ich fröhlich aus,
mit Spieß in der Hand ist mein Schritt besonders keck und kraus.
Überall bewirten mich die Hausfrauen gern,
und Speck stecken sie mir willig auf den Spieß – ich hab’s nicht fern.

Meinen Pelz kehre ich um,
mit Kohle schwärz’ ich mir das Gesicht herum.
Und Jung und Alt schreien erschrocken auf:
„Im Hof schleicht ein Gespenst herum, pass auf!“

Zu den spinnenden Frauen platze ich mittags hinein,
esse mit ihnen, trinke mit ihnen, tanz’ im Kreis so fein.
Doch wenn ich zu viel Lärm und Krach veranstalte da, ist’s mit der Lust aus –
und schwupps, werfen sie mich raus,

Wenn ich heimkomm’ und mich müde niederleg’,
lachen alle: „Schau, der Narr ist völlig hin und weg!“
Doch wenn im nächsten Jahr der Fasching wieder naht,
werd’ ich’s noch viel bunter treiben.